Boarischs Wiki
Advertisement

Vókale[]

's Baerisch-ésterraechische unterschaedt långe und kurze Vókale. Wia im Standarddeitschen werd dés durch dé Åhzoi voh dé nochéfóiganden Kónsónanten zum Åsrugg brocht. Steet neter glae aah Kónsónant noch'm Vókal, dånn is der in da Regel lång; wånn zwaa óder merane Kónsónanten fóing, dånn is'a kurz. Bae Vókale dé noch merane Kónsónanten lång åsgsprochen wern, wern dé vadóbbét (Fiisch, Viicher, Fróosch usw.) Vókale dé vur'am h, n, m steengan, san nasoie Vókale. (voh, dånn, månche, lång)

Im Baerischen san vóigande Vókale unterschaedbor:

  • a - is as normaale helle à, Ówocht: dés hëlle a wird vadóbbét, wånns aus am hóchdaetschen "au" entståmmt.
  • å - is as middlare a und entsteet maastens im ésterraechischen aus am hóchdeitschen "au", ba månche regiónoie Werter aa néd - åffé, Hås, drårig, åft (regiónoi)
  • e - is as óffane e, wia in Ledschen, beten, Dregg
  • é - is as gschlóssane e, wie in Bétt, Déggé, dés (ba da Vadóbblung wird da zwaate Vókal néd exdra kénnzaechnad (Fréesch)
  • i - vur h, n, m nasoi
  • o - is a óffanes o, wia in Stoot, Hosen, mochen
  • ó - is as gschlóssane o, wia in gschlóssen, Fróosch, Hósen, Bót, Dósen - ba da Vadóbbelung wird da zwoate Vókal néd exdra kénnzaichnad (Fróosch)
  • u
Vókal standarddeitsch
hëlles a Draam, Baam, Glaam, Vókal Traum, Baum, Glaube, Vokal
hëlles é Héndl, Bétt Huhn, Bett
dunkles e Beder, bedt! Peter, bete!
i gwiiss, wissen gewiss, wissen
dunkels o wos, Wosser, hom was, Wasser, haben
ó Ófer/Ófen, óffa/óffen Ofen, offen
u Zug, zrugg, kumm! Zug, zurück, komme!

Umlautt[]

  • ë / ö - is dé óffane Versión vom hóchdeitschen "ö" - Hëffen, Gëd, schnë, (Höffen, Göd, schnö)
  • ü / y - vü, spün, i wü usw. (vy, spyn, i wy)
  • dés ä werd im baerischen gschtrichen, maastens wirds zu é, gånz sëten zu e (Lånd - Lénder, Stod - Stéd)

hëlles vs. normales a[]

Fónólógisch unterschaedt ma im baerisch-ésterraechischen zwischen zwaa a-Gwaliteten. Dés haasst, es werd zwischen hëllem a (à) und normal-a a unterschin. Dés hëlle a kummt aus'm Middelhóchdaetschen ä, bzw. voh d'Diftónge ou/öu, im Weanarischen aa ås'm Diftóng ei. Só haassts im Baerisch-ésterraechischen lar im Vaglaech zum standarddeitschen leer, ås mhd. lære, i glaab im Vaglaech zu ich glaube, ås ich g(e)loube, wean. haass im Vaglaech zu hoass und heiß, ois ås'm mhd. heiz.

Dé Vadretung firn middelhóchdaetschen a-Laut is dagéeng fir gwénlich a „vadunkelts“, dés wos schoh ins o iwergeet. Só werd ås middelhóchdeitsch wazzer, hase, wâr baespüswaes Wosser, Hos, mochen im Vaglaech zu standarddeitsch Wasser, Hase und machen. Vuroim bae da Diminutivbüdung mid dé Suffixe -l und -al dritt a Umlåd aeh, d. h. aus o werd a hëlles a (à).

Gschlóssans vs. óffans e[]

A fost jeeds betóonte kurze e is im Baerischen gschlóssen (im Géengsoz zum Hóchdeitschen: do sans olle óffen). Es gibt glae a bor Werter mid am kurzen óffanen e; a gueds Baespü dodafir is: Bédd (Bett) - mid gschlóssanem é - vs. beten (beten) - mid am óffanen e. Im Hóchdeitschen is dés genå åndersrum; 's Wurt „Bett“ hod a óffans (weu kurzs), 's Wurt „beten“ a gschlóssans (weu langs) e.

Unbetonts i bzw. e[]

Neem am néd betónten a gibts aa'ran waedern unbetóonten Vókal im Baerischen, der zwischen i und e steed und je noch Dialekt Richtung é óder Richtung i gspróchen werd. Er is maastens ås da Neemsüm -el éntstånden - z. Bsp. in Wertern wia grabbé(i)n óder Daefé(i)

ó vs. o[]

's gschlóssane ó werd im Baerischen gwéenlich ois ó widergeem, 's óffane o. Ma muess sé ower genauer åhschån wóher dés kummt. 's o is gwéenlich a vadungelts „a“ - oisó a a dés'm óffanen o wia im hóchdeitschen „Rost“ éntspricht. Fir hóchdeitsche Oern glingt dés wia'ra o. Weul dés mi'm Zåmmanfoi mi'm gschóssanen ó firt, dés iwrigens in vü baerische Dialektt zu óu wird, is's glae nóheliingd, das ma dé zwaa „o“-Oarten unterschaedt, Róst (Rost) und Rost (Rast) san ahfoch zwaa bor Schue. Désswéeng unterschaedt ma im baerischen ó und o.

Schwa-Låt[]

In d'maasten baerischen Dialektt hod da Schwa-Låt, der am néd betónten e im Standarddeitschen éntspricht, kaan Fónémstatus. Regiónoi kummt'a in bstimmte Bósiziónen ois Allófón zue'ram unbetónten a und i åf.

Åssprooch voh Ortsnåman[]

In fost olle baerischen Ortsnåman, dé åf -ing énden, muess a ggf. im Ståmm vurhåndanes -a- hë åsgsprochen wern; oiso „Plattling (Plàttling)“ (und néd „Plottling“) und „Garching (Gàching)“ (stott *„Gorching“), aa „Garmisch (Gàmisch)“ (stott „Gormisch“) und „Graz (Gràz)“ (ned „Groz“ – dé Stod hod im Middeloider „Grätz“ ghaassen und dodraus hod sé's hëlle a entwiggét). Åsnåman san ower månche Ortsnåman mid -all- wia „Boing“ (Palling), „Dolling“ (Thalling).

Diftónge (Rutschlått)[]

Tipisch firs Baerische is dé Baebehoidung voh dé middelhóchdeitschen Diftónge ie, üe, uo ois ia und ue, wia in Gmias, griassen, Brueder („Gemüse, grüßen, Bruder“). Dodazue kumman dé naechen Diftónge ej (ë), öi (ë), oi, ui/ü, dé ås da Vókalisiarung voh l noch Vokal zu i éntstånden san:

Diftóng Baespü standarddeitsch Diftóng Baespü standarddeitsch
ea - er i hear ich höre ei nei neu
oa - or / aa i woass / i waass ich weiß oi foin fallen
ia d'Liab die Liebe ej, ë, ö schnej, schnë, schnö schnell
ue i due ich tue ui bfui pfui
au / å i schau / i schå ich schaue óu Dóud Tod

oids vs. jungs "ei" (ae / ei)[]

A bsunders Merkmoi vom Baerischen is da Diftóng oa bzw. ésterraechisch aa åsgsprochen, der ås'm middelhóchdaetschen ei éntstånden is. Der Låtwåndel bedrifft ower nur'as sógnånnte ëdare ei vom Deitschen, néd ower'as jingane ei, dés erscht im Zug voh da neihóchdeitschen Diftóngiarung aus'm middelhóchdeitschen långan i (î) éntstånden is und désswéeng an Låtwåndel nimmer midgmocht hod. Désswéng haasts åf Baerisch hoid „oans/aans, zwoa/zwaa, drae“ (oans und zwoa håm a ëters ei ois Ståmmvókal, drae a jingas ei, dés åf Middelhóchdeitsch noh drî ghaassen hod.

Im Baerischen gibts noh dridds, noh jigers ei, dés durch dé Éntrundung vom Diftóng nhd. eu, äu éntstånden is, der vom Diftóng mhd. iu, bzw. mhd. öu obståmmt. (Dé Éntrundung hod ower in d' maasten tiróier Mundorten néd stoddgfunden.)

Låt middelhóchdeitsch baerisch neihóchdeitsch énglisch
oids ei ei oa / aa z. B. gloa(aa)h, Goa(aa)ss, Stoa(aa)h, Loa(aa)b, hoa(aa)zen ei, z. B. klein, Geiß, Stein, Laib, heizen small, goat, stone, loaf, heat
middlas ei î ae (ai) z. B. waess, draem, raeten, Laewé ei, z. B. weiß, treiben, reiten, Leib white, drive, ride, life
jungs ei iu ei, z. B. nei/neig/neich, deier, Deifé, Greiz, Hei/Heing eu, z. B. neu, teuer, Teufel, Kreuz, Heu new, dear, devil, cross, hay

Åmerkungan: Um ausser z'finden, wos fir'a deitsches ei im Baerischen zu oa/aa werd, und wos fir aans néd, hüfft maastens a Bligg åfs Englische. Im Englischn éntsprichts ëtare ei maast am o óder ea, 's jingare is dagéeng a i und werd énli åsgspróchen wia im Baerischen.

Gaestliche Werter[]

Geem duets ower'aa Åsnåman voh da Låtregel ei -> oa, dé vuroim Werter bedreffan, dé durch eanern Bråch im Góddesdeanst in eanarer oiden Gstoit bewort worn san; dodabae håndelt sa sé um Gaest, Flaesch, haelig und an Mónadsnåm Mae, dé im Baerischen normalerwaes Goast, Floasch, hoalig und Moa haassen miassaden, ower só im Baerischen exdrém së Es gibt owa Ausnahma vo da Lautwandlregl ei > oa, de wo vor oim Weata betreffa, de wo durch ian Brauch im vom Godsdeanst in iara oidn Gstoit bewoart worn san; dabei handeltsa si um Geist, Fleisch, heilig und en Monatsnam Mai, de wo normalaweis Goa(aa)st, Floa(aa)sch, hoa(aa)lig, und Moa(aa) haassn miassadn, ower só im Baerischn exdrém sëten san.

Advertisement