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Dyr Minnensang, in n heberischn Urniss שיר השירים (Schir-ha Schirim, "Lied der Lieder") ist ayn Buech von dyr Bibl, und zwaar von dyr kristlichnen Altn Ee wie aau schoon von n jüdischn Tanach. Zo n Tuen haat s laut 1,1 öbbs mit n Künig Salman, und geen tuet s um d Minn.

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Von Margramöpfl wimmlt s grad yso in n Minnensang. Und wie naacherd der Most draus eerst schmöcken mueß! (8,2)

Dyr Nam[]

Eyn n Anfang wurd dyr Nam aus n Urniss mäistns wörtlich übersötzt, zo n Beispil griechisch Ἄσμα Ἀσμάτων (ásma asmáton) und latteinisch Canticum Canticorum, und yso haisst s aau heut non in vil Spraachn. Anderne nennend s Hoohlied older Hoohs Lied, önn Gsang von n Salman older s Lied schlechthin. Und netty dös ist gmaint. De bairische Sturmibibl haat ir Bezaichnung an s mittlhoohdeutsche Minnebuoch [1] anglaint.

Verfasserschaft[]

Dönn Hinweis auf n Salman (in dyr Sturmibibl: "Dös schoenste Salmanlied") in 1,1 haat myn von ieher yso verstanddn, däß s aau dyr Künig Salman in n 10. Jaarhundert vor n Kristn selbn verfasst haat, yso bei de Isryheeler wie aau bei dyr altn und mittlaltterlichnen Kirchen. De neuerne Forschung, und dyrmit aau Einlaittungen in männig Biblausgaabn, bezweiflt dös aber [2] und verweist auf Entleehnungen, die wo s eerst spaeter göbn habeb. Wenn myn aber bedenkt, däß dyr Künig Salman, andert wie sein Vater Dafet, z haissn "meezaaffig" °multik.° war, sticht dös Weigl aau grad bedingt. Ausserdem mueß myn d Müglichkeit ansötzn, däß spaeter non dran hingwerklt wurd.

Um was geet s?[]

Nimmt myn dös Buech yso, wie s daasteet, geet s schlicht um d Minn. Aane däß ietz d Spröcher klaar ausaynandghaltn wurddnd, kan myn doch

  1. ayn Weiberleut, laut 7,1 d Schulymitt, older aau d "Schunemerinn/Schulemerinn",
  2. irn Friedl, aynn unbekanntn, ainfachn Hirtn,
  3. önn Künig, gegöbnenfalls öbn önn Salman,
  4. ayn Art Kor, "Ruslhamerinnen", öbbenn Kemnetweiber older Brautjunggfern, und
  5. gögn s End von n Lied non yn dyr Schulymitt ire Brüeder
Tuareg woman from Mali January 2007

"schwarz wie ayn Kolräggl ... aber doch gschmach?"

unterscheidn. D Haauptdarstöllerinn ist aindeuttig +is; um is draet si allss in n Lied. Is schmachtt naach irn Hirtn, is haat s Höft in dyr Hand. Und dyrbei werd mit so kräftige Bilder garechtt, däß mitunter dyr Minnensang gar als "knusterig" °erotisch° eingstuefft wordn ist. Dyrbei ist aber allweil klaar gwösn, däß s um Lieb und Treu geet, um Ainlieb und lösstlich Ainee, deuttlich abghobn von n Salman mit seine "sechzge, dös glangt iem non nit" in 6,7. Umstritn ist, ob myn dös Buech eender als Sammlung von Liebslieder older als ain Gschicht mit aynn föstn Ablaauf nemen kan.

Wie kaam dös Buech eyn de Bibl?[]

Bedenkt myn, däß in dönn gantzn Buech dyr Herrgot nit dyrsait ist, wie dyrwöll [3], und däß de Beschreibung von dyr Minn doch recht deuttlich ist, wenn aau, glei gar für üns heut, in kainer Weis anstoessig, ist s kain Wunder, däß sproernerne °prüde° Zeitaltter daa schoon dran z beissn hietnd. Schoon d Isryheeler, wie allweil wider aynmaal Zweifl an dyr Biblischkeit aufkaamend, wie aau de alte und mittlaltterliche Kirchen, gloesnd dö Hartsl ainfach daa dyrmit, däß myn in dyr dortn gschildertn Lieb ayn Sinbild saah für d Lieb von n Herrgot zo seinn dyrkoornen Volk, seinn Traun, seiner Kirchen ... Und dyr Gottesnam geet ja nit wirklich ab: "...denn dyr Herrgot, dös ist d Lieb" (Johanns A 4,8).

Ain Auslögung[]

Geet myn von n Salman als Verfasser aus und von aynn Lied aus ainn Guß, kimmt myn eyn n Eendestn weiter, wenn myn d Schulymitt mit dyr Äbischäg aus Schunem/Schulem, dyr Pflögerinn von n altn Dafetn, amptlich aber Nöbnfrau, gleichsötzt (De Künig A 2,17-25)[4]. Yn n Salman sein Halbbrueder Ädonies haet s als Weib wolln, gmueß dös aber mit n Löbn büessn, weil dös in de Augn von n Salman aynn Troonanspruch bewirken künnen haet. Dyrnaach kimmt d Äbischäg in dyr Bibl niemer namentlich vür. Dyr Künig wirbt drum, schmeichlt, biett irer allss, haat s scheint s sogar schoon an n Hof zo n Herrichtn (see Öster 2,9), daa wo s aynmaal flüchtt (3,3) und aufgriffen werd. Es hilfft allss nix; d Schulymitt haat grad irn Friedl in n Kopf. Auf d Lösst lacht s önn Salman non aus aau (8,12): "Ghalt dir dein Geld!" Und dyr weiseste Künig von dyr Welt gibt naach ...

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2,1: "Bin ayn Lilgn unt eyn n Schraun, yn aynn Almblüemerl gleich" ...

Dyr Minnensang in dyr Sturmibibl[]

Dyr Minnensang ist ayn dichterischs Buech. Wie dyr bairische Nam schoon sait, kan und sollt myn n aau singen, eyn n Anfang glei aynmaal naach n Tennessee Waltz.

Quellnen[]

  1. Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch von Matthias Lexer, ISBN 3-7776-0493-3
  2. Calwer Bibellexikon, ISBN 3-7668-3028-7
  3. Das große Handbuch zur Bibel, ISBN 3-7022-2388-6
  4. Die Bibel/Jubiläumsbibel ISBN 3-438-01381-9
  • D Sturmibibl [1]
  • Deutsche Biblfassungen [2]
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