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Äs Zaubεrschwärt isch a Gschichtl ausn Trentino; dεr italienische Titl: „La spada fatata”.

Då isch amål a Kinig gwésn, der håt a Tóchtεr in Heiratsåltεr ghåp. Es sein vεrschiedne Prinzn kémmen, dé viel Gelt unt Reichtum vεrspróchn håm, wénn sie die Hånt va dεr Prinzéssin kriagg héttn. Ihr Våtεr håt sie åbεr ålm wékgschickt unt gsågg, Gelt unt Zuig håt εr selbεr genua.

Amål isch a Prinz ausn Auslånt kémmen, só stólz, dass ər nimmεr afn Pódn ångången isch. Er håt glei zun Kinig gsågg: „I pin a stårkεr Rittεr; wia mi gip’s weitum koan; i pin kémmen, miεr die Tóchtεr zu hóln, dé du in koan gébm willsch.“ „Asó,“ sågg dεr Kinig, „når zoag lei amål, wås di kånnsch! Kémpf gégn meine Rittεr. Wénn stérkεr pisch, kriagsch mei Madl, wénn untεrliggsch, muasch es hårt piaßn.“

Dεr Prinz håt ångfången, laut zu låchn, dass es lei só ghildεrt håt. Er håt mitn Schwärt an Pånzεr a pissl gstraaft unt dεr Pånzεr isch zu Próckn gwésn. Då håt sich koanεr va die Rittεr mehr gegn ihm ånzutrétn traut. Lai a Paasche (Page) va dεr Prinzessin isch firεrkémen unt håt sich ånpótn, er isch in dεr Gitsch vεrliap gwésn. Er håt in Kinig ersch ibεrrédn gmiaßt, dass εr’n åntrétn låsst. Wia dεr Prinz dén Paaschn sigg, låcht εr wiedεr spéttisch.

Es isch jå nét só, dass sich dεr Pua leicht dribεrausgségn hétt. Åbεr wås tuat man nét ålls fir an Madl, dés man gern håt. Só håt εr sich nét recht zu helfn gwisst pis zun vεreinpårtn Termin van Turniεr. Afnåbet håt εr amål an Spaziεrgång gmåcht unt dεrpei in an Pettlweib sei Priaftasch gschénkt unt pemérkt: „Nimm lei, mórgn léb i eh nimmεr!“ Er håt ihr nåchεr sei Problém dεrzéhlt. Sie håt ihm an åltn klapprign Gaul gébm unt gsågg, dass dεr Prinz a Zaubεrschwärt håt. Déswégn muaß εr schaugn, in Gégnεr äs Schwärt schnell aus dεr Hånt zu schlågn.

Dεr Prinz håt in Pua freila ausglåcht, wia er mit dén misεrablen Viech då zuwég kémmen isch. Wia sie äs erschte Mål gégnanåndεr ångrénnt sein, isch äs Róss van Prinz a pissl gstólpεrt, wås’n nervés gmåcht håt. Pan zwoatn Ånlåuf håt ihm dεr Pua mit dεr Lånz äs Schwärt aus dεr Hånt gschlågn; äs Róss van Prinz isch nó weitεrglófn, äs ålte Róss van Paaschn isch schnell steahnpliebm, dass εr kénnt håt åsteign unt äs Schwärt aufklaubm.

Dεr Prinz isch iaz wia Nårretεr manåntgrittn unt håt vεrsuacht åzuhaudn. Åbεr die Lait håbm-en drån ghindεrt. Dεr Paasche isch ihm nåch unt håt’n ausn Såttl gstóchn. An Hieb mitn Schwärt unt dεr Grint isch aa wég gwésn (só grausig isch-es friahεr zuagången).

Schón nåch a påår Tåg håt die Prinzessin in Pua gheiratet; só isch εr dεr Nåchfólgεr van Kinig gwórtn. A groaßes Féscht håt’s gébm unt ålle sein glicklich gwésn.

Übersetzung

Das Zauberschwert ist ein Märchen aus dem Trentino; der italienische Titel lautet: „La spada fatata“.

Es war einmal ein König, der eine Tochter im heiratsfähigen Alter hatte. Es kamen verschiedene Prinzen, die viel Geld und Reichtum versprachen, falls sie die Hand der Prinzessin erhielten. Ihr Vater schickte sie aber immer wieder weg und sagte, Geld und Besitz habe er selbst genug.

Einst kam ein Prinz aus dem Ausland, so stolz, dass er mit den Füßen den Boden kaum noch berührte. Er sagte gleich zum König: „Ich bin ein wackerer Ritter; so einen gibt es weitum keinen; ich bin gekommen um mir die Tochter zu holen, die du keinem geben willst.“ „So ist das“, entgegnete der König, „dann zeig mal, was du kannst! Kämpfe gegen meine Ritter. Falls du stärker bist, erhältst zu meine Tochter, wenn du unterliegst, musst du es schwer büßen“.  

Der Prinz fing so laut zu lachen an, dass es dröhnte. Er streifte mit seinem Schwert eine Rüstung, worauf diese in Stücke zerbrach. Da wagte es keiner der Ritter mehr, gegen ihn anzutreten. Nur ein Page der Prinzessin bot sich an; er war in das Mädchen verliebt. Er musste den König erst überreden, ihn antreten zu lassen. Als der Prinz den Pagen sah, lachte er wieder spöttisch.

Es war nicht so, dass sich der Page der Sache leicht gewachsen fühlte. Aber was macht man nicht alles für ein Mädchen, das man liebt. So wusste er auch keinen rechten Rat bis zum vereinbarten Termin des Turniers. Abends machte er einmal einen Spaziergang und schenkte dabei einer Bettlerin seine Geldtasche mit der Bemerkung: „Nimm nur, morgen leb ich ohnehin nicht mehr!“ Dann schilderte er ihr sein Problem. Sie gab ihm einen alten klapprigen Gaul und sagte ihm, dass der Prinz ein Zauberschwert habe. Daher solle er trachten, dem Gegner schnell das Schwert aus der Hand zu schlagen.

Der Prinz lachte den Jungen freilich aus, als er mit dem Tier daher kam. Als sie zum ersten Mal gegeneinander anrannten, stolperte das Pferd des Prinzen leicht, was diesen beunruhigte. Beim zweiten Anlauf schlug ihm der Junge mit der Lanze das Schwert aus der Hand; das Pferd des Prinzen rannte noch weiter, der Gaul des Pagen blieb jedoch gleich stehen, sodass er absteigen und das Schwert aufheben konnte.

Der Prinz ritt jetzt wie ein Verrückter herum und versuchte zu flüchten. Aber die Umstehenden hinderten ihn daran. Der Page lief ihm nach und stach ihn aus dem Sattel. Ein Hieb mit dem Schwert und der Kopf war weg (so grausam ging es früher zu).

Schon nach ein paar Tagen heiratete die Prinzessin den Burschen; so wurde er zu Nachfolger des Königs. Es gab ein großes Fest und alle waren glücklich.

Quell[]

Das Mädchen im Apfel - Italienische Volksmärchen von Felix Karlinger, dtv.

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